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„Um Haaresbreite“ (Version für zwei Violinen)

Das Stück ist eine, im Sommer 2016 erstellte Bearbeitung des vierten Satzes meiner Violinsonate von 2010.

Wie der Titel schon andeutet, handelt es sich hierbei um feine und feinste Nuancierungen des Bogenstrichs (Wie z. B. Haar, Holz, Haar mit Holz, Bogenspitze. Haar mit Fingernagel, Haar mit Fingerspitze…). Während die erste Violine in reinen Quinten gestimmt ist, so sind die Saiten der zweiten Violine um einen Viertelton (50 Cent.) heruntergestimmt. Im Verlauf des Stücks werden sie jedoch um einen Achtelton heraufgestimmt. Der erste Teil ist eine sehr ruhige, nahezu zeitlose Umspielung des Kammertons A mit nahen und sehr fernen Naturflageolets. Im Mittelteil wird das gleichzeitige Wechselspiel von Bogen und (mit den Fingernägeln) gezupften Saiten behandelt. Hierbei entsteht eine Art „Banjoeffekt“ .Der Höhepunkt ist eine, auf zwei Saiten gespielte falsche Prime, die mit extrem gepresstem Bogen gedrückt wird. Nach und nach kehrt die leichte Stimmung des Anfangsteils zurück—die Töne werden immer leiser und spärlicher, die Pausen werden stetig verlängert und verlieren sich schließlich ganz in der Weite.

Das Stück ist Martin und Cecilia Gelland gewidmet, die es am 5.11. 2019 in Berlin uraufgeführt haben.

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